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ADR-Tankcodierung verstehen: Aufbau, Hierarchie und Tabelle A lesen

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Kurzantwort: Jeder ADR-zugelassene Straßentank trägt einen bis zu vierstelligen Code, der Tanktyp, Mindestberechnungsdruck, Öffnungsart und Verschlusssystem beschreibt. Dieser Code steht in der Tabelle A (Kapitel 3.2 ADR 2025) bei jeder UN-Nummer in Spalte 12. Als Befüller sind Sie nach § 23 GGVSEB verpflichtet, vor jeder Beladung zu prüfen, ob der vorgesehene Tank den Anforderungen dieser Eintragung entspricht oder nach der Tankhierarchie (Unterabschnitt 4.3.4.1.2 ADR 2025) gleichwertig oder höherwertig ist. Dieser Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie den Code aufschlüsseln und welche Fehler in der Praxis häufig auftreten. Einen Überblick über alle ADR-Klassen und Verlader-Grundpflichten bietet der Gefahrguttransport-Ratgeber.

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Was ist ein ADR-Tankcode – und warum brauchen Verlader und Befüller ihn?

Der ADR-Tankcode ist eine alphanumerische Zeichenkombination, die die technischen Mindestanforderungen an einen festverbundenen Tank, Aufsetztank oder Tankcontainer für einen bestimmten gefährlichen Stoff definiert. Er beschreibt in komprimierter Form: welcher Tanktyp, welcher Mindestberechnungsdruck, welche Öffnungsart und welches Verschlusssystem beim Transport eines konkreten Gutes vorgeschrieben sind.

Maßgeblich für festverbundene Tanks, Aufsetztanks, Tankwechselaufbauten und Tankcontainer (außer Gase der ADR-Klasse 2) ist Unterabschnitt 4.3.4.1 ADR 2025. Für Gase der Klasse 2 gelten eigene Regelungen nach Absatz 4.3.3.1.1 ADR.

Wo steht der Code? In der Tabelle A (Kapitel 3.2 ADR 2025) – dem zentralen Verzeichnis aller gefährlichen Güter – gibt Spalte 12 den vorgeschriebenen Tankcode für jede UN-Nummer an. Spalte 13 enthält zusätzliche Tank-Sondervorschriften, die parallel zu prüfen sind.

Wer muss prüfen?

Als Befüller sind Sie nach § 23 GGVSEB (Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt) verpflichtet, Tanks nur mit Stoffen zu befüllen, für die sie nach Tabelle A zugelassen sind – und sicherzustellen, dass die Prüffrist des Tanks nicht überschritten ist. Als Verlader sind Sie nach § 21 GGVSEB verpflichtet, den Zustand des Tanks äußerlich zu prüfen und sich zu vergewissern, dass die Güter befördert werden dürfen. In der Praxis überlappen sich beide Rollen häufig – dann gelten beide Pflichtenkataloge kumuliert.


Die vier Stellen des Tankcodes erklärt

Nach Absatz 4.3.4.1.1 ADR 2025 setzt sich der Tankcode für flüssige und geschmolzene feste Stoffe aus genau vier Bestandteilen zusammen:

Stelle Zeichen Bedeutung
1 – Tanktyp L Tank für Stoffe in flüssigem Zustand oder feste Stoffe, die geschmolzen befördert werden
1 – Tanktyp S Tank für Stoffe in festem, pulverförmigem oder körnigem Zustand
2 – Mindestberechnungsdruck G Mindestdruck nach allgemeinen Vorschriften (Absatz 6.8.2.1.14 ADR) – niedrigster Wert
2 – Mindestberechnungsdruck 1,5 / 2,65 / 4 / 10 / 15 / 21 Mindestberechnungsdruck in bar
3 – Öffnungen A Bodenöffnungen mit zwei Verschlüssen für Befüllen und Entleeren
3 – Öffnungen B Bodenöffnungen mit drei hintereinandergeschalteten Verschlüssen
3 – Öffnungen C Öffnungen oben; unterhalb des Flüssigkeitsspiegels sind nur Reinigungsöffnungen zulässig
3 – Öffnungen D Öffnungen oben; keine Öffnungen unterhalb des Flüssigkeitsspiegels
4 – Sicherheitseinrichtung V Über- und Unterdrucksicherheitseinrichtung (Absatz 6.8.2.2.6 ADR) ohne Flammensperre; Tank nicht explosionsdruckstoßfest
4 – Sicherheitseinrichtung F Über- und Unterdrucksicherheitseinrichtung mit Flammensperre oder explosionsdruckstoßfester Tank
4 – Sicherheitseinrichtung N Keine Über- und Unterdrucksicherheitseinrichtung; Tank nicht luftdicht verschlossen
4 – Sicherheitseinrichtung H Luftdicht verschlossener Tank (Definition nach Abschnitt 1.2.1 ADR)

Quelle: Absatz 4.3.4.1.1 ADR 2025 (UNECE ADR 2025-Dateien; deutsche Rechtsgrundlage: GGVSEB i.V.m. ADR 2025)

Hinweis: Das Zeichen G kann ausschließlich an zweiter Stelle stehen und bezeichnet den niedrigsten Mindestberechnungsdruck. An erster Stelle steht immer L oder S. Codes, die mit G beginnen, sind nach Absatz 4.3.4.1.1 nicht vorgesehen.


Beispiel: Code L4BH Schritt für Schritt aufgeschlüsselt

Der Code L4BH ist einer der am häufigsten verwendeten Codes im Tanktransport entzündbarer und giftiger flüssiger Stoffe (typisch für ADR-Klasse 3 VG I und bestimmte Klasse 6.1-Stoffe):

  • L – Stoff liegt in flüssigem Zustand vor
  • 4 – Mindestberechnungsdruck 4 bar (für Stoffe mit erhöhtem Dampfdruck)
  • B – Bodenöffnungen mit drei hintereinandergeschalteten Verschlüssen (höchste Dichtigkeitsstufe bei Bodenöffnungen)
  • H – Luftdicht verschlossener Tank (kein Dampf- oder Gasaustausch mit der Atmosphäre)

Ein L4BH-Tank ist damit ausgelegt für Stoffe, die flüchtig, druckempfindlich oder bei Luftkontakt gefährlich reagieren. Spedition Minor setzt im Gefahrguttransport V4A-Edelstahltankauflieger mit explosionsdruckstoßfestem Bau ein – entsprechend den Anforderungen für Klassen 3, 6.1 und 8.

Zum Vergleich: Ein L10CH-Tank hat denselben Tanktyp (L) und dieselbe Verschlussvariante (H), aber einen deutlich höheren Berechnungsdruck (10 bar) und Öffnungen ausschließlich oben, mit Reinigungsöffnungen unterhalb des Flüssigkeitsspiegels (C). Dieser Tank wäre für L4BH-Anforderungen in Bezug auf Druck und Verschluss höherwertig – ob er betrieblich eingesetzt werden kann, hängt jedoch von der Öffnungsart ab (C vs. B: Bodenentleerung ist nur mit A oder B möglich).


Die Tankhierarchie: wann darf ein höherwertiger Tank einspringen?

Ein Tank muss den vorgeschriebenen Code nicht exakt tragen – er darf auch einen höherwertigen Code aufweisen, sofern jede einzelne der vier Stellen mindestens das geforderte Sicherheitsniveau erreicht. Dies regelt Absatz 4.3.4.1.2 ADR 2025.

Die aufsteigenden Hierarchien je Stelle (niedrig → hoch):

Stelle Aufsteigende Reihenfolge
1 – Tanktyp S → L
2 – Berechnungsdruck G → 1,5 → 2,65 → 4 → 10 → 15 → 21 bar
3 – Öffnungen A → B → C → D
4 – Sicherheitseinrichtung V → F → N → H

Wichtig: Die Hierarchie gilt stellenweise, nicht als Gesamtbewertung. Ein höherer Druckwert kompensiert keinen niedrigeren Öffnungs- oder Sicherheitsbuchstaben.

Beispiel: Für einen Stoff mit vorgeschriebenem Code L4BH muss jede Stelle einzeln erfüllt sein: – Stelle 1 mindestens L sein – kein S-Tank möglich – Stelle 2 mindestens 4 bar – Tanks mit G, 1,5 oder 2,65 bar sind nicht zugelassen – Stelle 3 mindestens B – A ist nicht ausreichend; C oder D wären nach Hierarchie erlaubt, aber nur wenn betrieblich geeignet – Stelle 4 mindestens H – nur H ist möglich, V, F und N sind nicht ausreichend

Sonderzeichen “(+)”: Steht in Spalte 12 hinter einem Code das Zeichen (+), gilt nach Absatz 4.3.4.1.3 ADR 2025 eine Einschränkung: Die wechselweise Verwendung für andere Stoffe oder Stoffgruppen muss in der Bescheinigung über die Baumusterzulassung des Tanks ausdrücklich aufgeführt sein. Ein formal höherwertiger Ersatz-Tank darf in diesem Fall nicht ohne Blick in die Zulassungsbescheinigung eingesetzt werden.


Sondervorschriften in Spalte 13: TU, TC, TE, TA und weitere

Neben dem vierstelligen Code in Spalte 12 enthält Spalte 13 der Tabelle A zusätzliche Tank-Sondervorschriften. Sie ergänzen oder verschärfen den Code für den jeweiligen Stoff und müssen immer parallel geprüft werden.

Kürzel Regelungsgegenstand Normstelle ADR 2025
TU Sondervorschriften für die Verwendung des Tanks (z.B. Höchsttemperatur, Sauberkeitsanforderungen, zulässige Vorbeladungen, Füllmengen) Abschnitt 4.3.5
TC Sondervorschriften für den Bau des Tanks (Werkstoff, Ausführung) Abschnitt 6.8.4, Buchstabe (a)
TE Sondervorschriften für die Ausrüstung (Ventile, Dichtungen, Fittings) Abschnitt 6.8.4, Buchstabe (b)
TA Sondervorschriften für die Baumusterzulassung Abschnitt 6.8.4, Buchstabe (c)
TT Sondervorschriften für Prüfungen Abschnitt 6.8.4, Buchstabe (d)
TM Sondervorschriften für die Kennzeichnung des Tanks Abschnitt 6.8.4, Buchstabe (e)

Praktische Bedeutung für Befüller: Besonders relevant für den operativen Alltag ist die Sondervorschrift TU. Sie kann vorschreiben, dass ein Tank vor der Beladung frei von Wasserresten, bestimmten Säureresten oder spezifischen Vorprodukten sein muss, oder dass bestimmte Stoffe nur in Tanks mit einer speziellen Innenbeschichtung transportiert werden dürfen. Diese Anforderungen sind aus dem vierstelligen Code allein nicht abzulesen – Spalte 13 muss immer mitgelesen werden.


Schritt für Schritt: Tankcode aus Tabelle A ablesen und prüfen

Die folgende Vorgehensweise zeigt, wie Sie für einen konkreten Stoff die Tanktauglichkeit vor der Beladung prüfen:

Schritt 1 – UN-Nummer bestimmen Lesen Sie die UN-Nummer aus dem Sicherheitsdatenblatt, Abschnitt 14 (“Angaben zum Transport”). Für Phosphorsäurelösung ist das beispielsweise UN 1805.

Schritt 2 – Tabelle A aufschlagen Navigieren Sie in Kapitel 3.2 ADR 2025 zu der Eintragung für Ihre UN-Nummer und Verpackungsgruppe. Die amtliche deutsche Fassung ist über das BMDV (Bundesministerium für Digitales und Verkehr) zugänglich. Für die digitale Stoffsuche empfiehlt sich die frei zugängliche BAM-Datenbank DGGINFO unter https://www.dgg.bam.de/.

Schritt 3 – Spalte 12 lesen Notieren Sie den Tankcode und lösen Sie alle vier Stellen nach dem Schema aus Abschnitt “Die vier Stellen” auf. Bei mehreren Einträgen für denselben Stoff (je nach Verpackungsgruppe oder Konzentration) ist die jeweils zutreffende Zeile zu verwenden.

Schritt 4 – Spalte 13 auf Sondervorschriften prüfen Lesen Sie alle TU-, TC-, TE-, TA-, TT- und TM-Vorschriften, die bei Ihrem Stoff eingetragen sind. Jede Sondervorschrift gilt kumulativ zum vierstelligen Code.

Schritt 5 – Verfügbaren Tank vergleichen Vergleichen Sie jede der vier Stellen des Anforderungscodes mit dem Code des vorgesehenen Fahrzeugs. Der Code des Fahrzeugs steht auf der ADR-Zulassungsbescheinigung nach Unterabschnitt 9.1.2 ADR. Wenden Sie die Hierarchie aus Absatz 4.3.4.1.2 an und prüfen Sie, ob “(+)” in Spalte 12 steht und ob die Baumusterzulassung den Stoff oder die Stoffgruppe ausweist.

Schritt 6 – Prüffrist und Zulassungsgültigkeit kontrollieren Unabhängig vom Code ist der Tank nur zulässig, wenn das Datum der nächsten Prüfung auf der ADR-Zulassungsbescheinigung nicht überschritten ist (§ 23 Abs. 1 Nr. 10 GGVSEB). Fahrzeuge, deren ADR-Zulassung abgelaufen ist, dürfen ebenfalls nicht befüllt werden.

Den vollständigen Pflichtenkatalog für Verlader und Befüller – von der Klassifizierung bis zum Beförderungspapier – erklärt der Artikel ADR-Transport organisieren: Pflichtenkatalog für Verlader.


Typische Fehler beim Tankcode-Matching

Fehler 1 – Zu geringe Druckstufe Der häufigste Fehler: Ein Tank mit Berechnungsdruck 1,5 bar wird für einen Stoff eingesetzt, der 4 bar verlangt. Die übrigen drei Stellen können identisch sein – wenn die Druckstufe nicht ausreicht, ist der Tank nicht zugelassen. In der ADR-Praxis des Tanktransports ist der Berechnungsdruck oft das kritische Kriterium, besonders bei flüchtigen entzündbaren Stoffen (Klasse 3 VG I).

Fehler 2 – Sondervorschriften TU ignoriert Der Code in Spalte 12 stimmt – aber Spalte 13 enthält eine TU-Sondervorschrift, die einen bestimmten Vorladungsschutz oder eine Innenbeschichtung verlangt. Dieser Fehler ist besonders bei Produktwechseln kritisch, wenn der neue Stoff höhere Anforderungen an die Tankausstattung stellt als die Vorbeladung.

Fehler 3 – Prüffrist abgelaufen Der Code passt, die Sondervorschriften sind geprüft – aber die Prüffrist des Tanks ist überschritten. Der Befüller ist nach § 23 Abs. 1 Nr. 10 GGVSEB verpflichtet, keine Tanks zu befüllen, deren nächstes Prüfdatum in der Vergangenheit liegt. Dieser Fehler kann bei Übernahme von Fremd-Fahrzeugen oder bei längeren Fahrzeugstillständen auftreten.

Fehler 4 – “(+)”-Vermerk übersehen Wenn hinter dem Tankcode in Spalte 12 das Zeichen “(+)” steht, reicht es nicht, einen formal höherwertigen Tank einzusetzen. Die Baumusterzulassungsbescheinigung des Tanks muss den betreffenden Stoff oder die Stoffgruppe explizit aufführen. Fehlt dieser Eintrag, ist die Beladung auch bei passendem Code unzulässig.

Fehler 5 – ADR-Code mit T-Code aus Kapitel 4.2 verwechselt Für ortsbewegliche UN-Tanks (Tankcontainer im intermodalen Verkehr) gibt es in Tabelle A die sogenannten T-Codes (T1 bis T22) in Spalte 10. Diese haben eine abweichende Systematik und gelten für Tankcontainer nach Kapitel 4.2 ADR, nicht für festverbundene Straßentanks nach Kapitel 4.3. Beide Codetypen stehen in derselben Tabelle A – aber in unterschiedlichen Spalten. Ein Verwechseln der Spalten führt zu einer fachlich falschen Prüfung.


Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen dem ADR-Tankcode nach Kapitel 4.3 und den T-Codes nach Kapitel 4.2?

Kapitel 4.3 ADR regelt festverbundene Tanks und Aufsetztanks, die fest mit dem Tankfahrzeug verbunden sind – der vierstellige Code (z.B. L4BH) aus diesem Ratgeber ist ihr Kennzeichen. Er steht in Tabelle A, Spalte 12.

Kapitel 4.2 ADR regelt ortsbewegliche Tanks (UN-Tanks, intermodale Tankcontainer). Für diese gibt es die T-Codes T1 bis T22, die ebenfalls in Tabelle A stehen, aber in Spalte 10. T-Codes haben eine eigene Systematik – ein T14-Tank kann nicht mit einem L4BH-Tank gleichgesetzt werden.

Muss ich als Verlader den Tankcode selbst prüfen?

Die detaillierte Codeprüfung obliegt dem Befüller nach § 23 GGVSEB. Als Verlader (§ 21 GGVSEB) müssen Sie prüfen, ob die Güter befördert werden dürfen, und den äußeren Zustand des Tanks kontrollieren. In der industriellen Praxis überlappen Verlader- und Befüllerfunktion häufig – dann gelten beide Pflichtenkataloge kumuliert.

Kann ich immer den nächsthöherwertigen Tank einsetzen?

Grundsätzlich ja, wenn alle vier Stellen einzeln geprüft das Anforderungsniveau erreichen oder übertreffen. Drei Einschränkungen sind zu beachten: Erstens, ob ein “(+)”-Vermerk die Baumusterzulassung einschränkt. Zweitens, ob eine TU-Sondervorschrift aus Spalte 13 auch höherwertige Tanks ausschließt. Drittens, ob der Tank betrieblich geeignet ist: Ein D-Tank mit ausschließlich oben liegenden Öffnungen kann formal “höher” ranken als ein B-Tank, ist aber für Stoffe, die eine Bodenentleerung erfordern, nicht einsetzbar.

Wie oft muss ein ADR-Straßentank geprüft werden?

Festverbundene Tanks (Tankauflieger) nach Kapitel 6.8: Absatz 6.8.2.4.2 ADR schreibt eine wiederkehrende Prüfung alle 6 Jahre vor (umfasst Außen- und Innenprüfung, Dichtheitsprüfung, Druckprüfung). Absatz 6.8.2.4.3 ADR schreibt eine Zwischenprüfung nach jeweils 3 Jahren vor (Dichtheitsprüfung und Ausrüstungskontrolle; keine erneute Innenprüfung). Das Datum der nächsten Prüfung steht auf der Tankplakette nach Absatz 6.8.2.5.1 ADR und der ADR-Zulassungsbescheinigung des Fahrzeugs. Als Befüller sind Sie nach § 23 Abs. 1 Nr. 10 GGVSEB verpflichtet, keine Tanks zu befüllen, deren Prüffrist abgelaufen ist.

Was passiert bei einer Straßenkontrolle, wenn der Tankcode nicht zum Stoff passt?

Kontrollen durch BALM (Bundesamt für Logistik und Mobilität) oder Polizei können ADR-Zulassungsbescheinigung, Beförderungspapier und Stoff-Tankcode-Abgleich fordern. Ein nachgewiesener Verstoß gegen die Tankanforderungen kann ein Bußgeld nach § 37 GGVSEB auslösen. Im Schadensfall – etwa bei einem Austritt des Füllguts – haftet der Befüller für Pflichtverletzungen, die aus einer falschen Tankcode-Prüfung resultieren.

Wo finde ich den Tankcode eines Fahrzeugs schnell?

Der Tankcode steht auf der ADR-Zulassungsbescheinigung des Fahrzeugs (nach Unterabschnitt 9.1.2 ADR). Ergänzend gibt die Tankplakette am Fahrzeug Auskunft über Werkstoffe, Fassungsvermögen und zugelassene Füllgüter. Im Zweifel beim Beförderer die aktuelle Zulassungsbescheinigung anfordern – dieser ist nach § 19 GGVSEB verpflichtet, die Dokumente vollständig mitzuführen.


Fazit

Die ADR-Tankcodierung ist das zentrale Sicherheitsmerkmal im Straßentanktransport. Wer den vierstelligen Code nach Unterabschnitt 4.3.4.1.1 ADR systematisch prüft, die Tankhierarchie nach 4.3.4.1.2 stellenweise anwendet und die TU-Sondervorschriften aus Spalte 13 nie überspringt, vermeidet die häufigsten Befüllerfehler. Der Gefahrgutbeauftragte Ihres Unternehmens sollte jede Erstbeladung mit einem neuen Stoff freigeben – und der Beförderer eine aktuelle ADR-Zulassungsbescheinigung vorlegen. Wie ein SQAS-Audit die Tankcode-Compliance und weitere Beförderer-Anforderungen abdeckt, erklärt der Ratgeber SQAS Assessment für Speditionen erklärt.


Jens Minor — Geschäftsführer Spedition Minor GmbH

Jens Minor
Geschäftsführer der Spedition Minor GmbH. Familienunternehmen in zweiter Generation, spezialisiert auf Flüssigtransporte seit 1988. ISO 9001, ISO 50001, SQAS Transport Service, SQAS Tank Cleaning, GMP+ B4 sowie Entsorgungsfachbetrieb nach § 56 KrWG.

Veröffentlicht: 2026-09-26 · Zuletzt aktualisiert: 2026-09-26 Stand der zitierten Standards: ADR 2025 (UNECE ADR 2025-Dateien), GGVSEB i.d.F. 2025

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel dient der Information. Er ersetzt keine rechtsverbindliche Auskunft des Gefahrgutbeauftragten. Maßgeblich ist der jeweils aktuelle Wortlaut von ADR und GGVSEB.

Unsere Zertifizierungen

Der Umgang und Transport flüssiger Güter, sowohl in der Chemiebranche, bei Futtermitteln und im Lebensmittelbereich verpflichtet zu größtmöglicher Sorgfalt. Durch kontinuierliche Zertifizierungen tragen wir bei Minor dafür, dass sowohl unsere technischen Einrichtungen, die Fahrzeuge aber vor allem auch unsere Mitarbeiter die erforderlichen Kenntnisse besitzen und Anforderungen erfüllen.

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Im Rahmen des Safety and Quality Assessment System (SQAS) Transport Service Assessments wurde die Spedition Minor hinsichtlich Sicherheit, Qualität und Managementprozessen bewertet. Das Assessment zeigt, dass Abläufe, Verantwortlichkeiten und Standards den anerkannten Anforderungen der Chemie- und Logistikbranche entsprechen.

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Die Spedition Minor wird im aktuellen Branchen-Ranking des Revier Manager (Ausgabe 2026/02) als drittgrößte Spedition Gelsenkirchens ausgezeichnet — mit 136 Mitarbeitern und 10,4 Mio. Euro Umsatz. Im gesamten Ruhrgebiet belegt das Familienunternehmen Rang 32 unter 106 gelisteten Logistikern. Quelle: Regio Manager Ranking.

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